Geschichte aus 7 Wörtern:
Sturmhaube, Mars, Strichmännchen, Kaffeekanne, Biber, Eisen, Holzfussboden
Der Biber auf dem Strich
Du siehst ja komisch aus. Willst du zum Mars fliegen?“
Das Strichmännchen zuckte zusammen und drehte sich langsam um. Zwei Sätze! Und ganze 10 Wörter! Was war denn mit diesem alten Miesepeter los? Der Biber ist doch sonst immer so wortkarg… Das Strichmännchen stellte sein rechtes Bein nach vorn. Denn auf seinen dünnen, zarten Füßchen fiel es ihm nicht leicht, das Gleichgewicht zu behalten.
„Nee, natürlich nicht, wie kommst du denn auf so einen Unsinn?
Ungeduldig klaschte der Biber seinen flachen Schwanz auf den Holzfussboden. „Ich meine die Sturmhaube auf deinem Kopf.“
„Die hab ich neben Olgas Kaffeekanne gefunden. MIr ist schon den ganzen Tag saukalt!“
„Na, wenn du meinst“ murrte der Biber etwas mißgelaunt aus seinen gelben Zähnen zurück. Er war etwas ungehalten. Genau genommen war er stinksauer. Nicht wegen des ungewöhnlichen Kopfschmucks. Er wußte gut, dass das Strichmännchen häufig friert,so dünn, wie es ist. Vielleicht sollte es einfach mal etwas mehr essen…
Nein, er hatte vor einer Stunde fast seinen linken Schneidezahn verloren. Beim Abendessen. Er hatte gerade genußvoll seine Lielingsbirke beknabbert, als es plätzlich „plinkkkk“ macht. Ein 10 cm langer, rostiger Nagel aus Eisen, der aus der Seite des Stamms ragte. Das fand er überhaupt nicht witzig. Und je länger er darüber nachdachte, umso wütender wurde er. „Die Menschen sind wirklich dumm. Dumm und verantwortungslos“, grummelte er weiter in seinen Pelz.
„Denk dran, dass Wanja heute zurückkommt. Die wird ihre Sturmhaube vermissen. Du weißt ja, wie die Menschen sind…“